CLEMENS BERGER
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Pressestimmen "Das Streichelinstitut"

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Die Leistung Bergers besteht darin, die zunächst grotesk anmutende Handlung mit so viel realistischer Problematik des Liebes- wie des Arbeitslebens zu umgeben, dass man ständig zwischen Freude über so viele gute Einfälle und Rührung durch die erzählte Geschichte schwankt.

Gelungen ist dieser Roman bis in die Details der Personenkonstellation und der Sprache. (...) Durch Aussparungen entsteht immer wieder ein kalkulierter Interpretationsspielraum, der einen manche Passage mit geradezu detektivischer Aufmerksamkeit nochmals lesen lässt – mit Gewinn und Respekt vor solcher Kompositionskunst. So ist „Das Streichelinstitut“ nicht zuletzt für den Leser die reinste Liebesarbeit.

Jan Wiele, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.5.2010


Wer geistreiche Unterhaltung in der Literatur sucht, für schwarzen Humor empfänglich ist, und vor allem das Hintergründige mag, was ja meist das Abgründige ist: der kommt bei Clemens Berger auf seine Kosten. --- Michael Hametner, MDR, Buch der Woche, 18.5.2010


Ein besonderes, witziges, amüsantes, melancholisches und auch sehr kluges Buch. --- Eva Menasse, WDR, 12.3.2010


Der Erzähler und Stückeschreiber Clemens Berger hat selbst einmal in Wien Philosophie studierte, aber inzwischen im Alter von nur 30 Jahren bereits drei Romane, zwei Theaterstücke und zwei Erzählungsbände vorzuweisen. Vermutlich sitzt er also seltener lächelnd in der Sonne als sein Held Sebastian. Er hat aus ihm einen sympathischen Taugenichts gemacht, der über die Weltrevolution räsoniert, aber im Grunde nicht Politik, sondern Frauen im Kopf hat. (...) Clemens Berger erzählt das alles angenehm unbeschwert und lebendig. --- Uwe Wittstock, Die Welt, 29.5.2010


Literatur lebt von spannenden Geschichten und der Ursprung aller Literatur sind sozusagen die Gespräche und Erzählungen am Lagerfeuer. Und jetzt müssen Sie sich so ein Lagerfeuer hier vorstellen, da gibt¹s einen jungen Mann, der hat eine wirklich kuriose und phantastische Geschichte zu erzählen. Wie die Vorfahren beim Feuer saßen und zugehört haben, wünsche ich Ihnen wirklich ein spannendes und witziges Vergnügen. (...) Von feiner Ironie über ja, auch deftigen Humor alles drinnen, klug, unterhaltsam: Das Streichelinstitut von Clemens Berger. --- Ernst A. Grandits, 3sat, Buchmesse Leipzig


Der «keusche Dienstleister», der schon kurz nach Geschäftseröffnung von seinen Kunden zur «Gewissenserforschung» genötigt wird, heisst Sebastian. Oder auch «Pastille, Bastille, Bastion, Basilisk, Pastis, (Bastard)», wie seine launige Lebensgefährtin ihn benamst. Oder eben Severin Horvath (sein Künstlername). So viele Namen, so viele Eigenschaften: Sebastian/Bastard/Severin, der Ich-Erzähler mit Hang zum ausschweifenden «Kopftheater» in Clemens Bergers Roman «Das Streichelinstitut», ist Egomane und Erotomane, Zyniker und Romantiker. Ein Angehöriger des akademischen Prekariats, der sich als Ghostwriter für Doktoranden verdingt, dabei seine eigene Dissertation verbummelt und bis anhin von seiner als Philosophiedozentin reüssierenden Freundin Anna abhängig ist. Und er ist der vielleicht letzte wahre Sozialist Österreichs, voller Verachtung für das linksliberale Wiener Milieu. --- Oliver Pfohlmann, NZZ, 8.12.2010


Es geht in Bergers Roman um die Entwirrung von Gefühlen angesichts einer inflationären Lebenshilfepraxis in einer Gesellschaft, die alle Beziehungen ökonomisiert. Die Trennung zwischen Privatsphäre und Arbeit, zwischen den Geschlechtern, alles gerät ins Wanken, und Sebastian bzw. Severin weiß nicht mehr, wo ihm der Kopf steht und wem sein Herz gehört. Sein Privatleben geht vor die Hunde. Clemens Berger gelingen hinreißende Passagen über die Gesellschaft und deren Zeitgeist, wobei kaum ein aktuelles Thema ausgelassen wird. --- Matthias Reichelt, junge Welt, 18.3.2010


Clemens Berger hat einen formidablen Roman geschrieben, den es zu lesen und zu feiern gilt, während draußen immer noch die Dunkelziffer tobt und es dem Kapitalismus schon wieder besser zu gehen scheint. --- Josef Bichler, Der Standard, 19./20.2.2011


Clemens Berger zeigt mit Ironie die Brüchigkeit von Identität, die Gratwanderung zwischen Widerstand mit Leben und Überleben ohne Leben im Neoliberalismus. Dabei gelingen ihm hinreißende Passagen über die Gesellschaft und deren Zeitgeist. --- Matthias Reichelt, Berliner Literaturkritik, 16.4.2010


Clemens Berger hat einen auf den ersten Blick charmanten Unterhaltungsroman geschrieben, ein Werk mit satirischem Zugriff, das sich auf amüsante Weise mit Eso-Wahn und Wellness-Boom auseinandersetzt. (...) Zwei Jahre lang hat Clemens Berger an seinem neuen Roman gearbeitet. Ein Schuss Frivolität und ein erstaunliches Maß an erzählerischem Charme verbinden sich in diesem Buch zu einem Erzählwerk von fast schon glattaueresker Leichtigkeit. --- Günter Kaindlstorfer, Ö1, 17.3.2010


Dies ist ein ironisches, witziges, stellenweise sehr lustiges Buch. Der Erzähler lässt seinen Ich-Erzähler (mit dem ihn wohl mehr verbindet als bloß die Herkunft aus jener halb lieblichen, halb gottverlorenen Gegend im äußersten Südosten unseres Bundesgebietes) auf Teufel komm raus dahinschwadronieren, und was ihm dabei gelingt, ist nicht wenig. --- Walter Klier, Wiener Zeitung, 29.5.2010


Wie sein Landsmann Robert Menasse beobachtet Berger einen ratlosen Intellektuellen bei der - letztlich vergeblichen - Sinnproduktion. Das Streben nach Höherem scheitert allemal an der Verführbarkeit der Strebenden. Aber es scheitert auf eine unangestrengte, den Leser in seinem Unterhaltungsbedürfnis nie vergessene und ihn dennoch auch nicht einlullende Weise: eine anregende literarische Streichelkur. --- Holger Schlodder, Darmstädter Echo, 7.4.2010


Der endgültige Beweis, dass er erzählen kann wie ein Alter. Zärtlich erzählen: Er berührt die taktilen C-Nervenfasern, die auch beim Streicheln stimuliert werden, wohlige Wärme erzeugen und uns gelassener machen. Klug erzählen: Denn freilich merkt man, dass hier Kritik geübt wird am Kapitalismus,am Wellness-Boom und überhaupt. --- Peter Pisa, Kurier, 15.05.2010


Berger bleibt nicht im Trockenen zwischen Alternativmedizin und Spiritualität, sondern wagt sich mitten ins Feuchtgebiet: Es geht dem intellektuellen und unterhaltsamen Philosophen schlicht um Sex und die Verehrung des weiblichen Geschlechts. Das ist auf wienerische Art gut genießbar und schlau. --- Michael Schläfli, SBD. bibliotheksservice, April 2010


Clemens Bergers Roman ist ein Rundumschlag in punkto Zeitgeist, ein Sammelsurium an philosophischen Exkursen über Medien, Krieg und virtuellen Sex.(...) Aber der Stil besticht, leichtfüßig und ganz schwer wegzulegen, das Streichelinstitut. --- Astrid Schwarz, FM4, 22.05.2010


Dem Autor ist ein ansprechender, gesellschaftskritischer Unterhaltungsroman mit einem Schuss Frivolität und hinreißend satirischen Passagen über den Zeitgeist, den Wellness-Wahn und die Verführbarkeit von Idealisten gelungen. --- Lieselotte Jürgensen, ekz.bibliotheksservice GmbH, Mai 2010


»Dieses Buch ist einfach alles: wortgewaltig - witzig, poetisch ­ sexistisch, liebevoll ­ erotisch, faschistisch ­ kapitalistisch ­ proletarisch, philosophisch ­ satirisch, sympathisch ­ charmant.« --- Karin Müller, Schwäbische Post / Gmünder Tagspost 22.05.2010


Clemens Berger ist ein Sprachkünstler, ein genauer Beobachter, ausgestattet mit einem gesellschaftskritischen Interesse, Wortwitz und Humor ­ und wird uns irgendwann dauerhaft ein Begriff sein. (...) wir können noch auf jede Menge gute Literatur von ihm hoffen. ---Claudia Peer, literaturhaus.at


Ein leidenschaftlicher Roman ohne peinliche Schlüpfrigkeiten über die Lust in utopielosen Zeiten. --- Kai Budler, StadtRadio Göttingen, WortArt, 23.09.2010


Ein linker Philosophiestudent ohne Dissertation, frauenfühlig, genussfähig, erotisch und taktil begabt, eröffnet ein Streichelinstitut, hat großen Erfolg damit, definiert das Streicheln als antikapitalistische Tätigkeit und organisiert sie kapitalistisch, bis er so wohlhabend wird, dass er glaubt, sich genießen zu können, ohne sich ausbeuten zu müssen. Diese Rechnung geht nicht auf. Mit dem gesellschaftlichen Klassenwechsel verliert Sebastian an Identitätsgeborgenheit, Zufriedenheit und Liebeserfolg; er verliert wahrscheinlich seine Freundin Anna (eine marxistische Universitätsdozentin); das Ende ist offen.  Der Roman funktioniert gut: einerseits als Studie eines jener Selbstgenießer, dessen Marx-Lektüre nicht ausreicht, ihn zu einem sozialen Menschen zu machen, und dessen Kapitalismus nicht ausreicht, ihn zu einem glücklichen Menschen zu machen; andererseits als distanziert-ironisches Gesellschaftsbild eines Bürgertums, dessen 1968 erlernte Liberalität zur Standpunktlosigkeit geworden ist und also zu Überzeugungs- und Genussdefiziten geführt hat, die gleichermaßen wehrlos machen gegenüber den Versprechungen der Esoterik wie des Kapitalismus. --- Helmut Gollner, Literatur und Kritik


Der Österreicher Clemens Berger erzählt seine Parodie auf die Lebensberatungs- und Wellnesskultur mit viel Humor und in einnehmendem Plauderton. Entspannte Lektüre für schwere Zeiten. --- Kieler Nachrichten, 21.04.2010


Clemens Berger lässt einen jungen Mann in der Wie­ner Mondscheingasse ein Streichel­institut einrichten. Dort bietet er eine Dreiviertelstunde sanfte Zärtlichkeiten, dabei „keine Berührungen unter der Gürtellinie“. Au weja, denkt der Leser, das kann flach und fad, ein bisschen anrüchig bis sehr peinlich, rührselig und tränenreich werden. Was der junge österreichi­sche Autor jedoch aus dieser abgedrehten Idee macht, ist hinreißend: In seinem Roman „Das Streichelinstitut“ legt er überhaupt nicht strei­chelnd den Finger auf so manche schwärende Wunde in dieser Gesellschaft. Das ist sehr unterhaltsam, charmant und wortwitzig, geistreich und ausgeklügelt, wenn der nach seinem Philosophiestudium arbeitslose Sebastian, der sensationell gut streicheln kann, als Severin Horvath das Streichelinstitut eröffnet. --- Eßlinger Zeitung, 30.10.2010

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