| |
"Gatsch / Und jetzt "
<< zurück zur Übersicht
"Wir dürfen uns nicht sicher sein, vor allem nicht in unserer eigenen moralischen Disposition. Der Riss geht durch jede Person, nichts ist so eindeutig, wie es scheint. Das ist die fundamentale Botschaft der Stücke."
Peter Wagner
Die beiden in diesem Band versammelten Stück drehen sich um den Horror der Geschichte und dem Umgang mit ihm. Und doch sind es sehr verspielte und auf die Sprache horchende Theatertexte, in denen nichts eindeutig ist, und in denen vor allem die Frage nach der Darstellbarkeit von Geschichte gestellt wird.
In dem Einakter „Gatsch“ soll ein Stück gegeben werden, in dem sich – allen gesellschaftlichen Barrieren zum Trotz – ein Rom und eine Tochter aus gutem Hause verlieben. Allein der längst nicht mehr nüchterne Schauspieler weigert sich, auf der Bühne in seinen Vorzeige-Rom zu schlüpfen, was seine Kollegin pikiert. Der Schauspieler lässt sich dann doch noch zum Spielen einzelner Szenen bewegen, stellt aber die Frage, warum und für wen er da auf einer Bühne zum Jahrestag des Oberwarter Rohrbombenattentats in einen jungen Rom schlüpfen soll.
In der Gegenwart, in der noch immer eine böse Vergangenheit schlägt, spielt auch das Stück „Und jetzt“. Eine Frau findet heraus (oder bildet es sich ein), mit Mann und Sohn in jener Oberwarter Wohnung zu leben, in der zu Neujahr 1939 ein jüdischer Tierarzt sich und seinen Sohn erschoss. Die Fragen, die sich aus der zweifelhaften Herkunft der Wohnung ergeben, werden doppelt durchgespielt: einmal aus der Perspektive des jungen Ehepaars, das in dieser Wohnung lebt, dann aus jener des Schauspielers und der Schauspielerin, die es spielen.
<< zurück zur Übersicht |
|